Hannover: Die aktuelle Diskussion um (sexuelle) Übergriffe gegen Kinder in gesellschaftlichen Einrichtungen nimmt der Deutsche Kinderschutzbund Niedersachsen zum Anlass, erneut auf das Recht jedes Kindes auf ein gewaltfreies Aufwachsen hinzuweisen.
„Leider ist Gewalt in Einrichtungen kein Ausnahmefall - sie tritt in Form von Mobbing, sexueller und körperlicher Gewalt sowie als Vernachlässigung eben auch durch Mitarbeiter(innen) auf.“ betont Johannes Schmidt, Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes in Niedersachsen. Und weiter: „Dies gilt für Schulen, Kindertageseinrichtungen, Kinderheime, Kinderschutzeinrichtungen, Sportvereine, Einrichtungen der Behindertenhilfe und insbesondere in den Institutionen, die in geschlossenen Systemen arbeiten. Gerade hier brauchen die Jungen und Mädchen unbedingt verlässliche Formen, die ihnen vertrauensvolle Kommunikation und direkte Unterstützung sichern.“
Kinder leben in dem Gefühl, dass sie in Einrichtungen sicher sind. Wenn aber in kompakten Organisationen Machtstrukturen wirken, ist dort ein Klima struktureller Gewalt eingezogen und das Recht des Kindes geht unter. Wo Kinder Furcht empfinden, herrscht in der Regel auch Gewalt. Eine solche Entwicklung sollten wir als Gesellschaft gemeinsam stoppen. Hier ist eine Debatte notwendig, die die Grundlage für jede Form der Prävention gegen Gewalt in all ihren Formen benennt.
Der Kinderschutzbund Niedersachsen sieht die Politik in der Pflicht, die Rechte der Kinder umzusetzen und fordert diese – auch auf dem aktuellen Hintergrund der Aufnahme der Kinderrechte in die niedersächsische Landesverfassung im Juli 2009 – auf, transparente und verbindliche Strukturen in Einrichtungen zu etablieren.
Dringend notwendige erste Schritte sind:
- ein flächendeckendes Netz unabhängiger Beschwerdestellen für Kinder und Jugendliche z.B. über kommunale Kinderbeauftragte zu gewährleisten
- die Vorlage eines Führungszeugnisses von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
- der Aufbau eines internen verbindlichen Regelwerkes bei Gewalt, insbesondere bei sexuellem Missbrauch und Ausbeutung gegen Kinder, für alle Beteiligten in den Einrichtungen selbst. Hier sind auch die Eltern, Kinder und Jugendlichen selbst einzubeziehen.
Nachfragen und weitere Informationen:
Johannes Schmidt
Landesvorsitzender
Telefon 0 47 71 / 64 34 95 oder 01 71 / 2 13 75 28
Barbara Kreikenberg
Referentin
Deutscher Kinderschutzbund
Landesverband Niedersachsen e.V.
Telefon 05 11 - 44 40 75
Fax 05 11 - 44 40 77
E-Mail kreikenberg@dksb-nds.de
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