Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Definition
„Partizipation bedeutet nicht, ‚Kinder an die Macht’ zu lassen oder ‚Kindern das Kommando zu geben’. Partizipation heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Kinder sind dabei nicht kreativer, demokratischer oder offener als Erwachsene, sie sind nur anders und bringen aus diesem Grunde andere, neue Aspekte und Perspektiven in die Entscheidungsprozesse hinein“ (Schröder 1995, S. 14).
Formen
Es gibt viele verschiedene Lebensbereiche, in denen Kinder und Jugendliche beteiligt werden: Familie, Vereine, Kita, Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Kommune und Staat, Öffentlichkeit. Diese sind jeweils unterschiedlich gestaltet.
Allgemeine Beteiligungsformen (nach Waldemar Stange – Professor an der Leuphana Universität und Leiter des wissenschaftlichen Projektes „Beteiligungsbausteine des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V.“ zu Beteiligung)
- Punktuelle Beteiligung: Das sind zum Beispiel Mal- und Zeichenaktionen, Wunsch- und Meckerkästen, Stadtforscheraktionen, Fotostreifzüge oder Sprechstunden bei politisch Verantwortlichen.
- Repräsentative Formen: Darunter fallen beispielsweise Kinder- und Jugendparlamente, Jugendkreistage, KinderbürgermeisterInnen, Kinder- und Jugendbeiräte und verbandsbezogene repräsentative Formen der Beteiligung. Sie ähneln den Formen demokratischer Beteiligung von Erwachsenen. Fast immer werden in repräsentativen Beteiligungsformen die Kinder und Jugendlichen von Gleichaltrigen gewählt.
- Offene Versammlungsformen: Dazu gehören Kinder- und Jugendforen, Kinderversammlungen, Runde Tische oder Kinder- und Jugendeinwohnerversammlungen. Jedes Kind kann daran teilnehmen, wenn es ein Anliegen hat oder dabei sein möchte.
- Projektorientierte Partizipationsformen: Das sind Beteiligungsprojekte, die zeitlich, thematisch und räumlich eingegrenzt und stark vom persönlichen Bezug der Kinder und Jugendlichen abhängig sind (“Betroffensein”). Typische Durchführungsformen sind zum Beispiel Zukunftswerkstätten, Planungszirkel, Spielraumplanungen, Planerworkshops mit Kindern, Verkehrsplanungs- und Bebauungsplan-Checks sowie Beteiligungsspiralen.
- Alltägliche Formen der Partizipation: Sie werden in der Kommune, in pädagogischen Institutionen und in der Familie praktiziert. Gemeint sind damit alltägliche Formen der Beteiligung wie das Partizipieren an einfachen dialogischen Gesprächssituationen, spontane Kreisgespräche, Nein-Sagen-Dürfen, Schweigesteine im Kindergarten, eine Mecker- und Kritikwand und vieles andere mehr.
- Medienorientierte Formen der Beteiligung: Hier wirken Kinder an der Gestaltung des Radioprogramms, des Fernsehprogramms, von Printmedien und Internetseiten mit und haben auf diese Weise auch die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese öffentlich zu machen.
- Wahlrecht in Erwachsenenstrukturen: In einigen Bundesländern wurde ein Kommunales Wahlrecht ab 16 Jahren eingerichtet, um Jugendliche in überschaubarem Rahmen mitbestimmen zu lassen
Hier gibt es weitere Informationen zu den Stufen der Beteiligung.
Hier gibt es weitere Informationen zu den rechtlichen Grundlagen.
Hier gibt es weitere interessante Literaturhinweise und Links.
Hier gibt es weitere Informationen zur Beteilgung in der Kommune.
Hier erhalten Fachkräfte Informationen zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Kommune.
Methoden & Materialien
- Methodendatenbank des Deutschen Kinderhilfswerkes
- Praxistipps des Deutschen Kinderhilfswerkes für Kinder- und Jugendprojekte
- Projektbeschreibung des Planspiels Kommunalpolitik „Ohne Jugend ist kein Staat zu machen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung
- Werkzeugbox der Koordinierungsstelle Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft
- Praxistipps der Servicestelle Jugendbeteiligung
- Methoden des Informationsportals jungbewegt zur Durchführung von Beteiligungsprojekten mit Kindern und Jugendlichen
- Praxistipps der Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland